SPP Definition

Für das Schwerpunktprogramm ist die Interdisziplinarität ein zentraler Aspekt: Die organische Photovoltaik kann nur erfolgreich vorangetrieben werden, wenn die Disziplinen Physik, Chemie, Materialwissenschaften und Elektrotechnik eng zusammenarbeiten. Dies gilt insbesondere für die Fächer Chemie und Physik, da die organische Photovoltaik im Gegensatz zu allen anderen Technologien der Photovoltaik nicht im Wesentlichen auf einem Materialsystem beruht, dessen Eigenschaften optimiert werden, sondern aus der fast unerschöpflichen Fülle der organischen Chemie mit bereits Millionen bekannter Substanzen schöpft.

Die bisherige Erfahrung, insbesondere auf dem weiter fortgeschrittenen Feld der organischen Leuchtdioden (OLED), hat gezeigt, dass die Kooperation zwischen Synthesechemie und Physik eine Herausforderung darstellt, da der Zusammenhang zwischen der chemischen Struktur einer Substanz und ihren physikalischen Eigenschaften in der Schicht nur wenig verstanden ist und oft in komplexer Weise von der Morphologie abhängt. Deswegen setzen erfolgreiche Kooperationen eine sehr enge Abstimmung mit regem Austausch der Resultate der Charakterisierung voraus.

Ein weiterer die Zusammenarbeit erschwerender Aspekt ist die Verwendung von unterschiedlichen „Sprachen“ in den verschiedenen Wissenschaftsfeldern. Hier erwarten wir, dass ein Schwerpunktprogramm zur Überwindung dieser Barrieren besonders erfolgreich beitragen kann, zum einen, da es die interdisziplinäre Diskussion erweitert und systematisiert, zum anderen, weil das Ausbildungsprogramm für die Nachwuchswissenschaftler erlaubt, die Thematik für alle Felder gemeinsam und in einer kohärenten Sprache darzustellen. Wir hoffen auch, dass das Programm dazu beitragen kann, dass die im internationalen Vergleich in Deutschland immer noch relativ ausgeprägten Fachgrenzen überwunden werden können.

Es wurde darauf hingewirkt, dass die Aktivitäten des SPP 1355 ein sinnvolles Ineinandergreifen der Disziplinen ergeben: So werden beispielsweise Arbeiten zur Synthese neuer Materialklassen nicht isoliert angegangen, sondern von vornherein in enger Abstimmung mit den Arbeiten zu Teststrukturen und Solarzellen verknüpft. Genauso werden beispielsweise Arbeiten für neue optische Konzepte nicht isoliert an entsprechenden Strukturen durchgeführt, sondern wiederum integriert mit der Forschung an der Bauelementstruktur ausgeführt.

Um eine ausreichende Fokussierung zu gewährleisten, befasst sich das Schwerpunktprogramm ausschließlich mit organischen Festkörpersolarzellen, d.h., dass z.B. die farbstoffsensibilisierten Zellen mit flüssigen Elektrolyten werden nicht betrachtet.